Hühnergrippe bzw. Vogelgrippe – Damit ist nicht zu spaßen!

Hühnergrippe Vogelgrippe Geflügelpest

Die Hühnergrippe ist den meisten von uns wahrscheinlich eher als “Vogelgrippe“ oder “Geflügelpest“ bekannt. Es ist wichtig, Deine Hühner zum einen hiervor zu schützen und zum anderen dafür Sorge zu tragen, dass die Grippe nicht weiterverbreitet wird. Hier erfährst Du, was die Hühnergrippe eigentlich genau ist, durch welche Symptome sie sich bemerkbar macht und was Du zur Vorbeugung unternehmen kannst.

Was ist die Hühnergrippe?

Hühnergrippe ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit. Diese kann je nach Typ der Viren komplikationslos oder auch tödlich verlaufen. Früher dachte man, dass die Hühnergrippe für den Menschen unbedenklich ist, doch hat sich diese Ansicht geändert. Inzwischen weiß man, dass die Hühnergrippe auch für den Menschen zu Problemen führen kann.

Vielleicht hast Du im Zusammenhang mit der Vogelgrippe auch schon einmal etwas von den Virentypen “H5N1“, “H5“ oder “H7“ gehört? Auf jeden Fall gelten die Viren H5 und H7 als besonders gefährlich, weil sie hochgradig krankheitserregend (pathogen) sind.

Tiere, die sich mit diesen Vieren infiziert haben, zeigen einen schweren Krankheitsverlauf, der mit großer Wahrscheinlichkeit zum Tod führt. Leider gibt es für diese Virenstämme noch keine Impfung. Im Gegensatz zu den pathogenen Viren, bezeichnet man Viren mit leichten Krankheitsverläufen als niedrig pathogen.

Von der Hühnergrippe (Vogelgrippe) können im Übrigen alle Vögel und alles Geflügel betroffen sein. Das Gefährliche an dieser Grippe ist, dass sie sich rasend schnell verbreitet und gerade große Geflügelbestände angreift. Dabei übertragen die Tiere die Grippe nicht nur direkt untereinander, sondern auch der Mensch kann dazu beitragen diese zu verbreiten. Und zwar, indem er als Überträger fungiert.

Stell Dir vor, Du tritts aus Versehen in Vogel oder Hühnerkot, der mit dem Virus verseucht ist. Der Kot bleibt an Deinem Schuh haften und Du betritts anschließend nichts ahnend Deinen eigenen Hühnerstall. Und schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Gut zu wissen: Die Hühnergrippe kommt tendenziell eher in der kalten Jahreszeit vor, weil die kalten Temperaturen die Viren aktivieren. Im Sommer werden die Viren aufgrund der Wärme sozusagen lahmgelegt und kommen daher seltener vor.

Wie kannst Du die Hühnergrippe erkennen?

Prinzipiell solltest Du Deine Tiere immer gut beobachten, um auf körperliche Veränderungen so schnell wie möglich reagieren zu können. Gerade bei der Hühnergrippe musst Du blitzschnell handeln, um Deine übrigen Hühner zu schützen. Anderenfalls kann Dein gesamter Hühnerbestand innerhalb weniger Tage ausgelöscht werden.

Das können Anzeichen für die gefürchtete Hühnergrippe sein:

  • Appetitlosigkeit oder Abgeschlagenheit
  • Verringerte Legeleistung, je nach Schwere der Erkrankung sogar erheblich
  • Hennen können deformierte Eier legen
  • Hörbare geräuschvolle und schwere Atmung
  • Kamm und/oder Kehllappen können sich blau verfärben
  • Ausfluss aus Schnabel und Augen
  • Starker Durchfall
  • Fieber
  • Huhn wirkt anteilslos
  • Stumpfes Gefieder
  • Störung der Motorik
  • Fehlhaltung des Kopfes
  • Plötzlicher Tod, der mehrere Hühner gleichzeitig treffen kann

Das Schlimme bei der Hühnergrippe ist, dass der Tod binnen weniger Minuten eintreten kann. Du findest Dein Huhn plötzlich tot im Stall, und weist gar nicht wie das passieren konnte. Scheinbar war Dein Huhn doch eben noch ganz gesund? Ein großes Problem bei dieser Krankheit ist, dass man bei vielen Tieren kaum bis gar keine Symptome erkennen kann, weil das Virus in besonders schweren Fällen so schnell voranschreitet, dass der Tod sofort eintritt.

Welche Übertragungswege gibt es?

Leider sind die Übertragungswege vielseitig, weshalb sich die Hühnergrippe so rasend schnell ausbreiten kann.

Hierüber übertragen sich die Viren:

  • Über den Hühner- bzw. Vogelkot
  • Über Sekrete aus Schnabel bzw. Augen
  • Über den Luftweg
  • Über die Aufnahme von virushaltigem Futter
  • Durch den Menschen (habe ich vorstehend bereits erklärt)
  • Durch Wildvögel

Was die Inkubationszeit betrifft, so unterscheidet man auch hier zwischen den unterschiedlichen Formen der Vogelgrippe. Die Spanne zwischen Ansteckung bis zum Ausbruch beträgt in der Regel nur wenige Stunden. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, bei denen die Inkubationszeit bis zu 21 Tagen dauern kann.

Das musst Du tun, wenn Deine Hühner an der Hühnergrippe leiden

Wenn einige Deiner Hühner binnen kurzer Zeit sterben, könnte es sich um die Hühnergrippe handeln. Bei einem entsprechenden Verdacht Deinerseits, ist es wichtig, dass Du die toten Tiere jetzt nicht einfach irgendwie entsorgst. Nutze eine Plastiktüte als Handschuh, kremple die Tüte um und umfasse so das tote Huhn und ziehe die Tüte anschließend über das Tier. Lagere den Tierkadaver kühl, so dass eine spätere tierärztliche Untersuchung möglich ist.

Jetzt musst Du unverzüglich eine Meldung an das zuständige Veterinäramt vornehmen. Hier wird dann über weitere Maßnahmen entschieden. Außerdem wird es zu einer amtstierärztlichen Untersuchung der toten Tiere kommen.

Sollte sich hierbei der Verdacht einer Hühnergrippe bestätigen, so müssen unverzüglich alle Deine Hühner notgeschlachtet werden. Das ist sicher nicht schön, aber leider unumgänglich, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Gut zu wissen: Schon beim bloßen Verdacht einer Vogelgrippe darfst Du das Fleisch und die Eier Deiner Hühner nicht mehr essen!

Häufig wird beim Ausbruch der Hühnergrippe vom Amt ein Sperrbezirk um den Stall errichtet und es muss eine ausnahmslose Stallpflicht eingehalten werden.

Schlussendlich wirst Du nicht umhinkommen, den gesamten Stall gründlich zu desinfizieren, so dass sich Deine Hühner-Neuzugänge nicht gleich wieder infizieren können.

Was kannst Du zur Vorbeugung der Hühnergrippe bzw. Vogelgrippe tun?

Kurz gesagt: Nicht viel. Denn eine vorbeugende Impfung gegen die Vogelgrippe ist in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verboten! Klingt im ersten Moment paradox, macht jedoch Sinn, wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt.

Nehmen wir an, man würde ein Tier gegen die Vogelgrippe impfen. Dann wird es kaum bis gar nicht zu sichtbaren Anzeichen dieser Erkrankung kommen, so dass eine Infizierung nicht auffallen würde. Die Hühner wären aber dennoch in der Lage das Virus zu übertragen. Dies zwar nur in einer abgeschwächten Form, jedoch könnte sich so die Krankheit viel schneller ausbreiten, ohne bemerkt zu werden.

Dennoch kann die zuständige Behörde in Einzelfällen eine Impfung veranlassen, der Du als Hühnerhalter dann umgehend nachkommen musst. Dadurch möchte man das Ausscheiden der Viren verringern, um eine Ausbreitung der Krankheit zu reduzieren.

Das Einzige, was Du vorbeugend tun kannst, ist, Deine Tiere ausschließlich im Stall zu füttern. Hierdurch stellst Du sicher, dass keine Wildvögel an das Futter gelangen und mit eventuellen Viren verseuchen können. Somit hättest Du zumindest einen Übertragungsweg eliminiert.

Kann die Hühnergrippe auch auf den Menschen übertragen werden?

Normalerweise übertragen die Hühner das Virus eher nicht auf den Menschen. Zwar befinden sich die Viren auch im Hühnerfleisch und in den Eiern, doch werden sie bei starker Erhitzung durch das Kochen abgetötet.

Gut zu wissen: Das Einfrieren von Hühnerfleisch tötet die Viren NICHT ab!

In seltenen Fällen ist die Übertragung auf den Menschen möglich. Dies insbesondere dann, wenn der Mensch mit einem infizierten Tier in direkte Berührung kommt. Dies geschieht zum Beispiel häufig auf Schlachthöfen.

Welche Symptome treten bei der Hühnergrippe beim Menschen auf?

Die Symptome einer Vogelgrippe sind der einer normalen Grippe beim Menschen sehr ähnlich. Hellhörig solltest Du immer dann werden, wenn Du in einer Gegend unterwegs warst, in der gerade die Vogelgrippe grassiert und Du grippeähnliche Symptome an Dir bemerkst. Dann solltest Du vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Das sind die häufigsten Symptome beim Menschen:

  • Starker Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Starker Husten gepaart mit Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Hohes Fieber
  • In schweren Fällen Lungenentzündung, die zum Tod führen kann

Fazit

Die Hühnergrippe bzw. Vogelgrippe ist zu Recht in der Hühnerhaltung gefürchtet. ABER: In der Hobby-Hühnerhaltung im eigenen Garten mit nur wenig Hühnern, kommt sie nur sehr selten vor. Fürchten müssen sich vor allem Hühner-Großbetriebe.

Willst Du wissen, welche Krankheiten sonst noch unter Hühnern verbreitet sind? Dann schau dir jetzt meine Übersicht der häufigsten Hühnerkrankheiten an.

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