Vogelgrippe und Aufstallen – Mein persönliches Aha-Erlebnis

Zwerghühner laufen im Laub

Als Hobby-Hühnerhalterin erwischte mich die Aufstallpflicht anlässlich der Ausbreitung der Vogelgrippe Anfang November 2020 eiskalt. Bis dato hatte ich zwar schon mal von der Vogelgrippe bzw. der Geflügelpest gehört, aber nie gedacht, dass mich das einmal betreffen könnte.

Und so mussten mein Mann und ich Hals über Kopf unser Außengehe so aufstallen, dass es von oben komplett überdacht und an den Seiten kein Eindringen von Wildvögeln mehr möglich ist. Und das Ganze auch noch in Corona-Zeiten, wo die Baumärkte geschlossen sind und sich die Materialbeschaffung schwierig gestaltet.

Was bedeutet Stallpflicht für Hühner?

Um eine Ausbreitung der gefürchteten und hochansteckenden Vogelgrippe bzw. Geflügelpest zu verhindern, muss in bestimmten Landkreisen alles Geflügel einschließlich Hühnern von Hobby-Hühnerhaltern im Stall verbleiben. Der Stall muss von oben so überdacht sein, dass kein Vogelkot aus der Luft von oben in das Gehege gelangen kann. Ein einfacher Vogeldraht ist dafür nicht ausreichend. Alle Seiten müssen mindestens mit engmaschigem Draht so abgedichtet werden, dass keine Wildvögel in den Stall und das Außengehege gelangen können.

Sorgfältige Arbeit lohnt sich dabei, da eine Stallpflicht gerne einmal mehrere Monate andauern kann.

Aufstallen – aber wie?

So wie auf dem Foto unten, sah unser Hühnergehe vorher aus: Ein kleiner Stall und ein unüberdachter Auslauf. So weit so perfekt – dachte ich.

Hühnerstall aus Holz im Garten

Aus alten Holzleisten, die wir noch in der Garage fanden, bastelte mein Mann ein Gerüst um den Auslauf. Dann verkleideten wir dieses oben sowie an allen Seiten mit Planen, die wir an das Gerüst tackerten (Christo hätte es nicht besser verhüllen können). Nur der Himmel weiß, wie viel Tacker-Munition wir dabei verbraucht haben. Am Ende stand der Not-Stall mehr schlecht als recht und wir hofften, dass er den nächsten Sturm überstehen möge.

Notstall für Hühner aus Planen

Das hat er tatsächlich getan, allerdings mussten wir an einigen Stellen immer wieder die Planen neu festtackern. Dann kam der Schnee…und es tropfte erst nur leicht durchs Dach und entwickelte sich später zu einer regelrechten Dusche, die auch ich das ein oder andere Mal “genießen“ durfte. Das war nicht nur schrecklich nass, sondern auch schweinekalt. Immerhin hat sich meine Familie jedes Mal köstlich amüsiert, wenn ich mal wieder tropfnass vom Garten ins Haus kam.

Also brauchten wir für das Dach aus Planen ein Holzuntergestellt, damit es nicht durchsackt und anschließend durchregnet. Gesagt, getan. Und nun steht unser provisorischer Hühnerstall wie eine Eins und wird sicherlich bis zum Ende der Stallpflicht halten. Schön ist er zwar immer noch nicht, aber er hilft.

Was sagen unsere Hühner zur Stallpflicht?

Sagen wir’s mal so: Sie waren „not amused“ und das haben sie auch lautstark kundgetan. Anfänglich habe ich ihnen noch einen Laubhaufen ins Gehege getan, damit sie sich damit beschäftigen können. Das hat ihnen zunächst gefallen, war aber auf Dauer langweilig. Auch ein kleiner Ball zum Fußballspielen fand keinen Anklang bei meinen Damen. Was noch immer gut kommt, ist gutes Essen. Ihr Mittagessen, bestehend aus leckeren Sonnenblumenkörnern sowie Salat, Obst oder Gemüse und ein wenig eingeweichtes Brot ist ihr tägliches Highlight.

Inzwischen haben sie sich an die Situation gewöhnt und haben auch tatsächlich den ganzen Winter über ohne Ausnahme fleißig Eier gelegt. Und da bekanntlich ja nur glückliche Hühner Eier legen, gehe ich davon aus, dass sie irgendwie doch zufrieden sind.

Die Stallpflicht hat auch etwas Gutes

War ich bisher davon ausgegangen, dass mein Stallkonzept mit viel Auslauf im Garten ein wahres Hühnerparadies ist, habe ich während der Stallpflicht doch einige Zweifel bekommen. Denn bisher haben sich die Hühner bei Wind und Wetter immer draußen aufgehalten und waren oftmals total durchnässt. Krank waren sie allerdings nie. Ich dachte immer, dass wenn es ihnen draußen zu nass wäre, sie sich doch einfach in ihren Mini-Auslauf im Stall zurückziehen könnten. Auf die Idee, dass dieser Mini-Auslauf meines Kombi-Hühnerstalls eine viel zu kleine überdachte Fläche ist, bin ich vorher nicht gekommen.

Unser provisorischer Hühnerstall ist zwar nicht schön, aber doch irgendwie gemütlich und vor allem trocken. Und das scheint auch unseren Hühnern sehr zu gefallen. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen, unseren Hühnern nach Ende der Stallpflicht einen überdachten Auslauf in der Art einer Voliere zu bauen. Und schön wird er dann auch noch sein – hoffentlich.

Wenn in Zukunft die nächste Stallpflicht kommt, werden wir auf jeden Fall gerüstet sein. Von dem Bau unserer Voliere werde ich an dieser Stelle wieder berichten…

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